U16 gewinnt Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten

von Christian Stade

In den ersten Minuten waren auf beiden Seiten eher auf Abtasten und Sicherheit wiegen gemünzt. Odenkirchen hatte mehrere der schnelle und dynamische Spieler, während wir ein sehr starkes Kollektiv aufwiesen. Die Angriffe wurden sehr kontrolliert vorgetragen und es konnte sich keines der Teams nach vier Minuten absetzen. Im weiteren Verlauf des Viertels gelang es uns besser die Fast-Breaks zu erspielen und auch konsequenter auszuspielen. Folgerichtig verschafften wir uns zur Viertelpause einen 21:15 Vorsprung.

Dieser konnte durch ein hervorragendes zweiten Viertel sogar auf 38:19 ausgebaut werden. Die Gründe hierfür waren nicht zu übersehen. Eine sehr konzentrierte Defensive mit vielen Ballgewinnen und anschließendem Fast-Break-Spiel aus dem Lehrbuch. Die Gäste fanden kein Mittel gegen unser Spiel und haderten mit ihrem eigenen Spiel. Das Spiel hatten wir zu dem Zeitpunkt voll unter Kontrolle. Doch dann kam die Halbzeitpause.

Trotz mahnender Worte und einen Appell auf eine weiterhin konzentrierte Leistung verschliefen wir den Start in die zweite Hälfte. Wir lief häufiger hinterher und schafften keinen richtigen Zugriff auf die Angriffe der Gäste. Nach 24 Minuten stand es plötzlich nur noch 39:33. Die darauf folgende Auszeit sollte die Jungs wieder etwas wach rütteln. Unser Angriffsspiel wurde wieder besser und es blieb ziemlich ausgeglichen. Dafür sorgten vor allem die dynamischen Cuts der Gäste, die immer wieder erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Im letzten Viertel wurde es dann kurios. Zum Einen kamen die Gäste immer weiter heran und konnten in der 39. Spielminute zum ersten Mal mit 61:62 in Führung gehen. Zum anderen spielten wir eher mit dem Kopf durch die Wand als unsere Stärken im Kollektiv zu nutzen. Wenige Sekunden vor Ende verloren wir den Ball und die Gäste konnten mit einen erfolgreichen Korb mit 61:64 die Führung ausbauen. Doch dann wurde es extrem dramatisch und spannend. Bei dem letzten Versuch die Verlängerung zu erreichen, wurde Jonas beim Dreier gefoult. Die Gäste wollte dies nicht wahr haben und beschwerten sich schon wehemend. Das die Schlusssirene ertönte, waren dies die letzten Freiwürfe im Spiel.

Während unsere Spieler vom Coach bereits im Vorfeld der Freiwürfe auf die Bank zitiert wurden, hatte Jonas einen enormen Druck auf seinen Schultern. Jonas verwandelte die ersten beiden Freiwürfe und musste auch den letzten noch treffen, um die Verlängerung für das Team zu sichern. Er vergab die Chance, doch die Schiedsrichter ahndeten eine Regelübertretung der Gäste, welche zur Wiederholung des Wurf führte. Die Gäste konnten dies nicht fassen und es kam zu einer Eskalation der Emotionen. Alle Spieler der Gäste gingen verbal auf beide Schiedsrichter los und beleidigten diese. Dies führte zu regelrechte Ausschreitungen auf Seiten der Gäste und es gab auch Disqualifikationen.

So emotional und sehr respektlosem Verhalten der Gäste auf der einen Seite, war vor allem die Ruhe durch das Trainerteam auf unserer Seite entscheidend. Als sich schon die Gästespieler teilweise vor Wut und Frust aus der Halle entfernten, nahm sich der Trainer noch mal Jonas zur Seite und versuchte ihm die notwendige Konzentration und Ruhe zu geben. Nach etwa 8 Minuten Unterbrechung musste Jonas schließlich noch den Freiwurf wiederholen, um die Verlängerung sicher zu haben. Dies gelang ihm mit auch und von den weiteren Freiwürfen für die Disqualifikationen der Gäste verwandelte er die notwendigen Freiwürfe zum 66:64 Sieg. Ein solches Spiel hätte sich bis zur 38. Spielminute keiner ausmalen können und ist auch ein absoluter Ausnahmefall in allen Belangen.

Es spielten: Jonas Humm (46), Kerem Kanbir (4), Jason König (4), Paul Pasternak (6), Max Overkamp (4), Jan Schroer (2), Jakob van Bebber, Jonas Brömmekamp, Samuel Tilahun, Sedat Okumus

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